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indicators:two-step_floating_catchment_area [2023/08/16 16:28] seisenbergerindicators:two-step_floating_catchment_area [2024/10/09 23:31] (aktuell) – Externe Bearbeitung 127.0.0.1
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-====== Two-Step Floating Catchment Area (Sebastian) ======+====== Two-Step Floating Catchment Area ====== 
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 ===== Hintergrund ===== ===== Hintergrund =====
-[[indicators:versorgungsgrad|Versorgungsgrade]] helfen zwar bei der Abschätzung des Verhältnisses von Angebot und Nachfrage, dabei werden jedoch tatsächliche Erreichbarkeiten und somit die Mitversorgung über administrative Grenzen nicht berücksichtigt. Two-Step Floating Catchment Area (2SFCA) Verfahren versuchen diesen Umstand zu behebenHierbei wird zunächst für jeden Standort eines Einrichtungstyps die Anzahl der Einwohner bzw. potenzieller Nutzer:innen in einem vorab definierten Geschäftsbereich definiert. Dieses Nachfrage-Potenzial wird anschließend durch die zur Verfügung stehende Kapazität (z.B. m² Geschäftsfläche oder Anzahl der Krankenhausbetten) am jeweiligen Standort geteilt. Hierdurch ergibt sich für jeden Standort ein Verhältnis von Angebot und Nachfrage. Im letzten Schritt werden für jeden Bevölkerungsstandort die Verhältnisse der erreichbaren Einrichtungsstandorte summiert. +Die Two-Step Floating Catchment Area (2SFCA) Methode ist eine Kombination aus Erreichbarkeitsindikatoren und [[indicators:versorgungsgrad|Versorgungsgraden]]. Im Gegensatz zu [[indicators:versorgungsgrad|Versorgungsgraden]] werden dabei Erreichbarkeiten und somit die Mitversorgung über administrative Grenzen berücksichtigt. Das Ergebnis ist ebenfalls ein Verhältnis aus Angebot und Nachfrage, jedoch nicht für eine administrative Einheit, sondern auf Ebene von Baublöcken oder RasterzellenEs wird zunächst für jeden Einrichtungsstandort die Anzahl der Einwohner:innen bzw. der potenziellen Nutzer:innen in einem vorab definierten Geschäftsbereich berechnet. Dieses Nachfrage-Potenzial wird anschließend durch die zur Verfügung stehende Kapazität (z.B. m² Geschäftsfläche oder Anzahl der Krankenhausbetten) des Standortes geteilt. Hierdurch ergibt sich für jeden Standort ein Verhältnis von Angebot und Nachfrage. Im letzten Schritt werden für jeden Bevölkerungsstandort die Verhältnisse der erreichbaren Einrichtungsstandorte summiert. Sowohl die Nachfrage-Potenziale als auch die Verhältnisse von Angebot und Nachfrage können dabei distanzgewichtet summiert werden (siehe [[indicators:heatmap_-_gravity-based|Potentialindikator]]).
  
 ===== Datengrundlage ===== ===== Datengrundlage =====
- Nummerierter Listenpunkt+  * Verkehrsnetz:  
 +    * Fuß- und Radverkehr: OpenStreetMap 
 +    * ÖPNV: GTFS-Daten (Delfi) 
 +    * Pkw: OpenStreetMap (Netz) und Netzbelastungen (meist nur kommerziell verfügbar) 
 +  * Einrichtungsstandorte: OpenStreetMap 
 +  * Bevölkerungsstandorte: 
 +    * Gebäude: OSM, LOD, Hausumringe 
 +    * Rasterzellen: GeoGitter Inspire ((https://gdz.bkg.bund.de/index.php/default/inspire/sonstige-inspire-themen/geographische-gitter-fur-deutschland-in-lambert-projektion-geogitter-inspire.html)), H3 Uber-Grid((https://www.uber.com/en-DE/blog/h3/)) 
 +  Bevölkerung: Zensus
  
 ===== Berechnungsschritte ===== ===== Berechnungsschritte =====
-  - Nummerierter Listenpunkt+  - Berechnung der Erreichbarkeitsmatrix (Reisezeit von allen Zellen zu allen Einrichtungsstandorten) 
 +  - Für jeden Einrichtungsstandort: Berechnung des Nachfragepotenzials, (distanzgewichtete) Summe der Einwohner/potenziellen Nutzer innerhalb des Geschäftsbereiches 
 +  - Für jeden Einrichtungsstandort: Berechnung des Verhältnisses von Angebot und Nachfrage, Teilen der Kapazität (z.B. m² Geschäftsfläche) durch das Nachfragepotenzial 
 +  - Für jeden Bevölkerungsstandort: (distanzgewichtete) Summe der Angebot-Nachfrage-Verhältnisse der erreichbaren Einrichtungsstandorte
  
 +<nodisp>
 ===== Umsetzung in GOAT ===== ===== Umsetzung in GOAT =====
 Kommentar: Kann man ergänzen, wenn der Indikator in GOAT eingefügt wurde, ansonsten wohl erst einmal wieder löschen Kommentar: Kann man ergänzen, wenn der Indikator in GOAT eingefügt wurde, ansonsten wohl erst einmal wieder löschen
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-===== Praxisbeispiele =====+===== Praxisbeispiel ===== 
 +2SFCA-Verfahren werden vor allem in der medizinischen Geographie verwendet. Jörg et al. (2019) haben die hier dargestellte Methode sowie verschiedene Weiterentwicklungen genutzt, um die ambulante Grundversorgung für die Schweiz zu bewerten.((Jörg, R.; Lenz, N.; Wetz, S.; Widmer, M. (2019): Ein Modell zur Analyse der Versorgungsdichte: Herleitung eines Index zur räumlichen Zugänglichkeit mithilfe von GIS und Fallstudie zur ambulanten Grundversorgung in der Schweiz (Obsan Bericht, Nr. 01/2019). Neuchâtel: Schweizerisches Gesundheitsobservatorium. https://www.obsan.admin.ch/sites/default/files/obsan_01_2019_bericht_0.pdf))
  
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-===== Referenzen ===== 
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  • Zuletzt geändert: 2024/10/09 23:31
  • (Externe Bearbeitung)